Grüne gegen Krankschreibung ab erstem Tag
Kurz erklärt:
Wir haben einen Brief, zum aktuellen Vorschlag, dass Beschäftigte schon am ersten Krankheitstag ein Attest vorlegen müssen, an den Oberbürgermeister geschrieben. Wir lehnen das ab und fordern, dass die Stadt Freiburg weiterhin auf Vertrauen statt auf eine generelle Attestpflicht setzt. Das entlastet Arztpraxen, spart Bürokratie und stärkt das Vertrauen in die Beschäftigten.
Vertrauen statt Misstrauen: Verzicht auf Attestpflicht ab dem 1. Krankheitstag
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Pläne der Bundesregierung, künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu verlangen, setzen auf Misstrauen statt auf Vertrauen. Sie schaffen mehr Bürokratie, belasten Hausarztpraxen zusätzlich und stellen Beschäftigte unter Generalverdacht – ohne dass ein Nutzen für Arbeitgeber*innen oder das Gesundheitssystem erkennbar wäre.
Dabei haben öffentliche Arbeitgeber die Möglichkeit, ein anderes Signal zu setzen:
Städte wie München und Kiel haben bereits angekündigt, für ihre Beschäftigten keine generelle Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einzuführen.1
Auch die Stadt Freiburg versteht sich als moderne und verantwortungsbewusste Arbeitgeberin. Wir fordern Sie deshalb auf, sich öffentlich zu einer vertrauensvollen Personalpolitik zu bekennen und zu erklären, dass die Stadt Freiburg und die
städtischen Gesellschaften für ihre Beschäftigten keine generelle Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einführen wird. Ein solches Bekenntnis wäre ein wichtiges Signal – an die Beschäftigten der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften, an andere kommunale Arbeitgeber und auch an die Bundesregierung.
Mit freundlichen Grüßen
Simon Sumbert & Sophie Schwer
Fraktionsvorsitzende Grüne im Gemeinderat
1https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/kiel_neumuenster_ploen_rendsburg-
eckernfoerde/krankschreibung-ab-tag-eins-kiel-sagt-nein-zu-reformplaenen,regionkielnews-2442.html