Interfraktioneller Antrag nach §34 GemO: Kulturraumkonzept
Sehr geehrter Oberbürgermeister Horn,
hiermit beantragen wir das Aufsetzen eines Tagesordnungspunktes „Kulturraumkonzept”
für den Gemeinderat mit Vorberatung im Kulturausschuss sowie dem Ausschuss für
Bauen, Umlegung und Stadtentwicklung.
Begründung:
Eine zentrale Voraussetzung für eine lebendige Kulturszene ist das Vorhandensein von
Produktions- und Aufführungsorten für Kultur. Im Gegensatz zu anderen Städten war
Freiburg nie von großflächigen Gewerbe- und Industrieflächen geprägt, auf denen sich
Kulturangebote ansiedeln konnten. Vielmehr sind in den letzten Jahrzehnten genau
solche Flächen zunehmend umgenutzt worden mit der Folge, dass auch zahlreiche
Räume für Kultur verloren gingen. So sind wie etwa auf dem Areal des ehemaligen
Güterbahnhofs zahlreiche Proberäume verloren gegangen – häufig ohne, dass an anderer
Stelle Ersatz geschaffen wurde. Aufgrund der großen Flächenkonkurrenz wird es somit
immer schwieriger, z.B. Proberäume oder Ateliers, aber auch Probebühnen und
Aufführungsstätten anzumieten.
Dies steht im Widerspruch zur zunehmenden Bedeutung der Kultur- und Kreativ-
wirtschaft, die gerade in Baden-Württemberg zu den am stärksten wachsenden
Wirtschaftszweigen zählt. Dies sollte sich gerade an einem Kulturstandort wie Freiburg
auch räumlich und infrastrukturell niederschlagen.
Aus Sicht der unterzeichnenden Fraktionen sollten bei Stadtentwicklungsprozessen
Kulturräume genau wie andere wichtige Bedarfe (bspw. Sportflächen, Bildungs-
einrichtungen, Jugendzentren) ebenfalls grundsätzlich mitgedacht werden. Angezeigt
wäre eine Bedarfserhebung im Abgleich mit dem bestehenden Angebot, um über eine
valide Grundlage für eine differenzierte räumliche Strategie für Kulturorte zu verfügen,
gerade auch im Hinblick auf künftige Standorte. Zu untersuchen wäre etwa, welche
Produktionsorte eher dezentral und welche eher gebündelt als „Kultur-Cluster“ verortet
werden könnten.Mit freundlichen Grüßen
Bündnis 90/ Die Grünen
Simon Sumbert
Bärbel Schäfer
Timothy Simms
ESFA – Eine Stadt für Alle
Emriye Gül
Daniela Ullrich
FR4U
Sonja Wagner
Kultur/Inklusion
Markus Schillberg